Nachdem wir mit dem Bus von Gosfrod mit hunderten von Kindern durch leere Straßen gefahren sind, kamen wir an der Straßenbiegung zum Yoga-Ahsram an, wo wir abgeholt wurden.
Allgemeines: Es ist ein Riesengebiet umgeben von Bergen und Wald. Wir schliefen in unserem Zelt, da Frauen und Männer nicht in einem der Zimmer zusammenschlafen durften. Es gab so gut wie kein Internet. Das Essen war vegetarisch und wir fühlten uns wie im Ferienlager.
![]() | ![]() | ![]() | ![]() |
![]() | ![]() | ![]() | ![]() |
![]() | ![]() | ![]() | ![]() |
![]() | ![]() |
Tagesablauf:
Wenn man wollte, begann der Tag um 5 Uhr. Um 5 Uhr begann Musik über den ganzen Hof zu spielen. Und wenn man sich aufraffen konnte, ging man zum Yoga um 5.30 für 90 Minuten. Ich schaffte es ganze 3-4x, Kevin sogar öfter. Um 7 gab es Frühstück, wo es meistens Hafer-/Reisbrei gab (zu Kevins Leidwesen). Es gab eine Ruhezeit, die von 8.15 abends bis 7.30 am nächsten Morgen ging. Um 7.30 durfte man sich dann wieder in einer normalen Lautstärke unterhalten. Um 8 traf man sich an der Rezeption, hörte mit geschlossenen Augen in seinen Körper und bereitete sich mental auf das Cleaning Karma Yoga vor. Cleaning Karma Yoga könnte man ziemlich gut als Bad putzen, Treppen wischen, Abwasch tätigen bzw. etwas anderes säubern und Yogaräume saugen, bezeichnen. Um 9 war ein Meeting angesetzt, welches offene Fragen klärte und jedem nochmal seine Schichten für den Tag verdeutlichte.
![]() |
Um 9:30 begann man seine erste Schicht (Karma Yoga). Die Aufgaben:
Küche: Meistens irgendetwas schneiden, Salat waschen, schneiden oder abwaschen und später, die mit Koch zusammen zubereiteten Gerichte servieren. Ich habe 1x einen ganzen Vormittag Chili in 2 Hälften geschnitten. Soviel Chili habe ich noch nie in meinem Leben gesehen. Zusätzlich hat man viele neue kreative Ideen für neue Rezepte bekommen, die sich zwar kaum als Backpacker durchsetzen lassen aber bestimmt fürs spätere Leben sehr viel Freude bereiten.
Veggiegarden: Man pflanzt Gewürze, Kräuter und verschiedene Salatarten, buddelt neue Gartenbeete und jätet diese. Kevin und ich haben an einem Vormittag über 200 Knoblauchzehen gepflanzt (dieser wächst und gedeiht nun fröhlich vor sich hin). Und er hat noch Petersilie aus einem kleinen Plastikbett geholt und diese eingepflanzt. Ich habe es nicht geschafft, die kleinen zarten Pflänzchen heil aus der Verpackung zu lösen. Somit musste ich dann Salatreste aus dem Boden rupfen. XD
![]() |
Bush Regeneration: Am letzten Tag vor unserer Abreise sind wir durch das Waldgebiet um das Ashram herumgestampft und haben manche Pflanzensorten rausgezogen, welches als Unkraut identifiziert wurde. Nach 20 Minuten haben wir fürs Erste aufgegeben, da durch den vielen Regen des letzten Tages und der Nacht sich die Blutegel fröhlich und munter an uns festklammerten. Außerdem waren auf der dichteren Waldseite kaum die gesuchten Pflanzen vorhanden. Somit wechselten wir zur anderen Seite des Ashram, welche nicht ganz so voll von grünem Gestrüpp war. Dort fanden wir auch dort kaum Pflanzen zum Jäten. Somit entschied unser Anführer, dass wir den Walk zu den Höhlen machen können und vertrieben uns damit die Zeit etwas angenehmer.
Grounds & Maintanance: Dies bestand hauptsächlich aus Malern in der vor 7 Jahren überschwemmten Bibliothek. Da gibt es nicht wirklich etwas Aufregendes zu erzählen, außer vllt. den Hinweis, dass die Decke streichen kein leichter Job ist.
![]() | ![]() |
Farm: Für die Farm musste man das Cleaning Karma Yoga nicht mitmachen und ist (fast) pünktlich um 8 zur Farm losgefahren. Dieses Farmgebiet ist alleine nur für das Ashram. Das ist schon sehr beeindruckend. Dort pflanzen sie so gut wie alles Gemüse an, welches in der Küche verarbeitet wird. Kevin und ich waren den ersten Tag damit beschäftigt Kürbisse abzuschneiden, aus dem Beet rauszutragen, auf einen kleinen Laster zu laden und zum Gemüselager zu bringen. Kevin war 3x auf der Farm und ich nur 1x. Insgesamt hat Kevin und viele anderen willige Helfer ca. 8 Tonnen Kürbisse ins Lager gebracht. Das war mehr als das Doppelte vom letzten Jahr! Diese halten sich aber auch bis zu 8-9 Monate. Man kann sich vorstellen, dass es viel Kürbis zu schneiden gab. Das Chili, das ich einen ganzen Vormittag geschnippelt habe, wurde auch auf der Farm gezüchtet.
![]() | ![]() | ![]() | ![]() |
Housekeeping: Das war einer der einfachsten und langweiligsten Aufgaben. Alle Räume, wo Besuche erwartet wurden bzw. gerade von Ihnen verlassen wurden, mussten staubgesaugt und die Oberflächen abgewischt werden. Alleine hat man für einen Raum mit Staubsaugen ca. 15 Minuten gebraucht. Wenn man aber, wie fast immer, mind. zu 4-6 war, war man sehr schnell fertig und konnte sich den Rest seiner Schicht entspannen.
Freizeit: Man hatte 3 halbe Tage in der Woche frei und konnte machen, was man wollte. Man konnte Kajak fahren, zu einem kleinen Dorf fahren oder sich mit seinen eigenen Dingen beschäftigen. So verbrachte ich meine Zeit mit Malen und Kevin mit seinem PC.
![]() | ![]() |
Der Tagesablauf bestand weiterhin aus 2x Tee trinken am Tag, Mittagessen, bis zu einer Yogastunde vor und einer Yogastunde / Singen nach dem Abendessen und am Freitag & Samstag gab es leicht magische Feuer-Zeremonien.
Yoga: Yoga besteht nicht, wie man allgemein denkt, nur aus körperlichen Übungen für die Stärkung und Dehnung des Körpers. Das ist nur der Asana-Teil des Yogas. Es gibt außerdem Yoga Nidra (Entspannung & Meditation), Karma Yoga (Arbeiten), Yoga Nada (Singen üben) und Kirtan (Gruppensingen).
Für Yoga Nidra legte man sich auf einen weichem Teppich in einem ruhigen Yoga-Raum. Anschließend wurde für eine halbe Stunde die Augen geschlossen und dem Yoga-Trainer zugehört. Man sollte sich verschiedene Bilder vorstellen, seinen ganzen Körper erst im Einzelnen und dann im Ganzen fühlen und sich ein erreichbares Ziel im Kopf vorstellen (mentale Motivation). Das sind zwar alles sehr gute Konzentrationsübungen, aber im Endeffekt sind die Leute (einschließlich wir) reihenweise überwiegend eingeschlafen. Man hat den Ersten nach 5 Minuten schnarchen hören. Es war eigentlich eine große Runde Gruppenmittagsschlaf für alle, was nochmal neue Energie für den Rest des Tages gab. 😀
![]() |
Die Meinung von Karma Yoga ist in meinen Augen einfach eine Methode, um das Ashram in Stand zu halten. Aber eigentlich ist es dafür da, dass du selbstlos und bewusst arbeitest bzw. dass du jeden Stein, den du umdrehst, jede Kuhle, die du gräbst und jedem Bad, dass du putzt, deine volle Aufmerksamkeit schenkst und das als Geschenk und Meditation siehst.
Yoga Nada war hauptsächlich eine Tonleiter-Übung mit Lauten aus der indischen Sprache. Kirtan war eine der offensten und freiesten Tätigkeiten, die man in Mangrove machen konnte. Alle sitzen in einem Kreis und der Teamleiter spielt auf dem Harmonium eine Grundmelodie, wozu es ein Text in der Yoga-typischen Sprache (Sanskrit) gibt. Eine oder mehrere Zeilen werden vom Leiter vorgesungen und die Gruppe singt diese Zeile/n nach. Und jeder kann, wie er will, sich ein Instrument nehmen und es passend zum Takt klingen lassen. Es ist ein Call-and-Response-Singen mit vielen verschiedenen Instrumenten in einer gemütlichen Runde. Ich durfte sogar beim offiziellen Kirtan neben dem Teamleiter vorne sitzen und den Grundtakt auf einer Trommel spielen.
![]() | ![]() |
Wenn man am Freitag / Samstag-Nachmittag im Housekeeping dabei war, hatte man Glück, da man zu dieser Zeit die Haven / die Feuerzeremonien mit vorbereiten musste. Diese Aufgabe war meistens ziemlich schnell erledigt und nachdem man fertig war, konnte man natürlich an der Zeremonie teilnehmen und hatte dadurch eine Stunde weniger Arbeit. Es wurden viele Kissen verteilt und Öl für das Feuer, die Singbücher, das Harmonium und die zu verbrennenden Kräuter bereitgelegt. Eine französische WWOOFerin und ich durften für einen Haven Blumen zusammensuchen, um den Feuerplatz zu verschönern. Und es war einer der schönsten Blumendekorationen bei einem der Haven. Bei diesem werden verschiedene Lieder gesungen und manche Kräuter als Symbol für Wünsche und Gedanken der Welt oder bestimmten Personen geopfert. Dies geschieht, indem man an einer Stelle eines Singsangs, den man 108 wiederholt, eine Hand vom Herzen zum Feuer führt. Mit einer Kette, die genau 108 Kugeln hat, kann man diesen Singsang zählen. Kevin hat mir eine solche Kette zum Geburtstag gekauft und ich darf sie noch nicht haben, weil mein Geburtstag noch soooo viele Tage hin ist!!!
![]() | ![]() | ![]() | ![]() |
Sonstiges: Wir haben viele lebensfrohe WWOOFer und ruhige Swamis / Yoginis / Daueraufenthaltler kennen und lieben gelernt. Wir konnten viel kommunizieren und lebten in einer großen, harmonischen Gemeinschaft und waren so gut wie nie alleine. An unserem freien Tag fuhren wir zu dem kleinen Dorf, wo wir uns ein Bier gönnten, was nach so langer Zeit ohne Bier ziemlich gut schmeckte. Da merkte man, dass man doch in dem Ashram in einer anderen Welt lebte.
![]() | ![]() |
Ich konnte mit dem Meditieren nicht ganz so viel anfangen. Und schon gar nicht 35 Minuten lang am Ende der Yogastunde, die früh um 5.30 anfing. Ich saß in der Schneidersitz-Yogaposition (was doch für Ungeübte ziemlich anstrengend für den Rücken war), war total müde und musste aufpassen, dass ich nicht vor Müdigkeit zur Seite wegkippte. Das raubte mir doch etwas meine Energie. Kevin hingegen ging zum Ende hin sogar öfter zum Yoga um 5.30 als ich!!! Das war voll der Wahnsinn. Mir brachte Schlafen zu dieser Zeit aber mehr, obwohl das Yoga-Leben dort mir schon mehr Geduld für mein weiteres Leben schenkte.
Wir hatten ein Opossum jede Nacht zu Besuch. Es schlich immer mit tapsigen Geräuschen um unser Zelt herum. In einer Nacht schaffte es sogar sich zwischen das Außenzelt und das Moskito-Innenzelt zu schleichen. Ich hatte einen Schock meines Lebens als es 1 cm neben mir das Moskitonetz runtertrampelte und mich damit aus meinem Tiefschlaf riss.
![]() | ![]() | ![]() | ![]() |
![]() | ![]() |
Wir hatten eine phantastische und schöne Zeit in Yoga Ashram in Mangrove, welches wir jedem empfehlen, der sich ein bisschen für solche Dinge öffnen kann. Unser nächster und jetziger Aufenthalt ist Byron Bay. Die Kleinstadt der Strände und des Urlaubs. Für diese Woche haben wir von dem Arbeiten erstmal genug. 😉
![]() |
Ihr seid ja richtige Gartenexperten geworden. Da könnt Ihr Euch ja später einen richtig großen Garten zulegen bei den Erfahrungen, die Ihr gesammelt habt. Weiter so! Lasst Euch aber von den Blutegeln nicht auffressen !!!
Es ist wirklich toll, dass Ihr so fleißig interessante Reiseberichte schreibt und viele Fotos macht.
Auch wir verfolgen gespannt euren Blog und sind begeistert 🙂 Nur weiter so; es ist schön, dass ihr so viele tolle Erfahrungen sammelt und es euch gut geht und ihr euch wohl fühlt 🙂
Viele liebe Grüße von zu Hause
Uns haben die tollen Erlebnisse mit Fauna & Flora stark beeindruck. Wir staunen auch über euere Einsatzbereitschaft
zum Gelderwerb in diesem fremden Land für den Lebensunterhalt ohne Mama & Papa sowie den Großeltern in Berlin.
Weiter so, uns gefallen die gefilmten und schriftlichen Beitäge aus Australien. Euch wünschen wir neue Erkenntnisse,
Erfolge und Gesundheit auf dieser Tour.
Margrit & Wolfgang aus Leipzig