Weiter ging es mit unserer Busflatrate zu unserer nächsten Station namens Cairns. Hier war dann auch unser Busticket erfolgreich aufgebraucht. Cairns ist nicht sehr groß, hat eine schöne Esplanade und eine große Lagoone mit viel grüner Rasenfläche. Es gibt keine Hochhäuser, aber dafür zahlreiche abenteuerliche Hostels. Wir zogen zuerst in ein kleines ruhigeres Hostel ein, wo in einem 4-er Zimmer mit einem anderen deutschen Paar genächtigt haben. Mit dem deutschen Jungen habe ich sogar Freeletics gesportelt.
1-2 Tage später zogen wir in ein größeres, billigeres Hostel, wo wir in einem 5-er Zimmer wohnten. Dieses Hostel war eher partyorientiert. Hier blieben wir ein paar Tage und feierten manchmal ein bisschen mit. Kevin beschäftigte sich die übrige Zeit mit seinem Computer und ich mit freien Groupfitnessstunden und Freeletics. Das Zumba war sehr amüsant, da dies von einem sehr beleibten Mann geleitet wurde, welcher aber einen sehr ungenierten Hüftschwung an den Tag legte.
Einen Abend gingen wir zu “Backpackers World Travel” (unserer Travelfirma, wo wir unser Aktivitätenpaket gebucht hatten) und spielten dort gesellige Gemeinschaftsspiele mit. Wir mussten kleine Aufgaben rund in den Straßen Cairns erfüllen, wie zum Beispiel, so viele Menschen wie möglich zu freier Pizza und Bier einzuladen, immer ein Mitglied aus der Gruppe musste getragen werden und ein langes Seil aus allen verfügbaren Mitteln zu konstruieren (die Männer waren am Ende alle halbnackt ;)). Nachdem wir in einem Club / Restaurant unsere freie Pizza und das Bier genossen hatten, tanzte ich mir noch ein bisschen die Seele ausm Leib.
In den nächsten Tagen ging es dann zu unseren gebuchten Aktivitäten. Es ging auf die “On The Wallabie-Tour”. Unser Tourguide war grandios. Er erzählte tolle und witzige Geschichten und mit der wunderschönen Landschaft um uns herum, stieg unsere Stimmung. Unser erster Anlaufpunkt war ein riesiger Feigenbaum (Curtain (Vorhang) Fig Tree). Dieser war sehr groß, sehr verschlungen, dicht und ein Wohnort für viele kleinere Tiere.
Für Bauminteressierte: Es wird ein Baumsamen eines Feigenbaums auf einen Wirt, nämlich auf dem Ast eines anderen Baumes abgesetzt. Dieser Samen wächst und bildet einen Sprössling, welcher seine Wurzeln um den Ast des Wirtes schlingt. Der Sprössling nimmt sich die Energie und die Nährstoffe seines Wirte und wächst, gedeiht und umarmt diesen mit zahlreichen weiteren Wurzeln. Der umschlungene Baum wird mit der Zeit so schwer, dass er in den benachbarten Baum fällt, womit ein ca. 45° Winkel zwischen beiden Baumkronen der Wirte entsteht. Die Wurzeln des einstigen Sprösslings wachsen und bilden weitere Wurzeln entstehen, die alle In Richtung des Erdbodens streben. Nach Hunderten von Jahren entsteht dann ein “Vorhang” aus Wurzeln. Die Wirte sind nun gestorben und der Feigenbaum kann sich ohne Hilfe entfalten. Meiner Vermutung nach sind die Wirte “Giant Trees”. Diese werden unglaublich groß und sind sehr beeindruckend, auch mit dem Durchmesser von ein bis zwei Metern.
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Unser nächstes Ziel war der Wasserfall “Millaa Millaa” (fragt mich nicht, was dieser Name soll XD) , wo viele unsere Mitreisenden ins kühle Nass sprangen. Aber es war so unglaublich eisig, dass ich mich bei diesem Naturwunder noch nicht traute ins Wasser zu springen.
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Es ging weiter zu einem schönem klaren See, in welchem wir viele kleine und größere Fische schwimmen sehen konnten. Kevin war ganz begeistert Davon die Fische unter der Wasseroberfläche zu füttern. Des Weiteren tätigten wir einen kleinen Bushwalk, bei dem wir fast am Ende in die falsche Richtung liefen. Dieser See entstand durch einen Vulkanausbruch. Der zurückgebliebene Krater füllte sich mit Wasser und wurde zum Lake Barrine. Dort bekamen wir dann auch unser Mittagessen. Es wurden große Brötchen bereitgestellt, welche man mit Gemüse, Fleisch, Käse und Soße befallen konnte – fast besser als Subway.
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Zurück im Bus fuhren wir weiter durch die Landschaft. Dort erzählte uns unser Tourguide, dass auf vielen Flächen, an den wir vorbeifuhren, Gras angebaut wurde. Dieser ist in ungefähr einer Woche erntefertig. Da sieht man mal, was für Dinge man nicht weiß und sich noch NIE drüber Gedanken gemacht hat. Unser nächster Stopp war der “Josephine Fall”. Dort traute ich mich dann ins Wasser, obwohl der angeblich noch kälter war, als der Erste. Man kann sogar hinter den Wasserfall in eine kleine Niesche schwimmen, aber von Schwimmzug zu Schwimmzug, wurde es immer kälter. Ich habe dann doch aufgegeben, sonst wäre ich höchstwahrscheinlich erforen.
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Danach ging es zu unserer Endstation, ein wundervolles kleines Hostel irgendwo im Nirgendwo, aber einer der schönsten Naturorte, die ich je gesehen habe. Dort gab es Kekse, Kaffee und Tee und ein atemberaubend süßer, intelligenter Kelpie-Hund. Er war beeindruckend geschult und bis zum Rand mit Energie angefüllt. Sein Herrchen war unser Tourguide für den nächsten Tag. Am Abend gab es ein nettes BBQ zum angemessenen Preis, sogar mit Veggiepatties.
Am nächsten Morgen ging es ziemlich früh los, um uns beim Morgengrauen die Schnabeltiere in der Nähe in einem kleinen Bach anzuschauen. Mit einer Gruppe von 4 Leuten war das Ganze sehr entspannt und persönlich. In dem undurchsichtigen trüben Wasser inspizierten wir jede Kleinigkeit auf eine Bewegung unter der Wasseroberfläche. Gelegentlich sichteten wir einen kleinen Schnabel, aber sie waren anscheinend doch zu beschäftigt im kühlen Nass als sich uns als Unterhaltung zu zeigen. Danach ging mit dem Auto erstmal zu einem riesigen Curtain Fig Tree Baum, ein Anderer als am Vortag. 😉 Unser Tourguide erzählte uns, dass diese Bäume die Inspiriation für den Regisseur des Avatarfilmes gab. Man fühlte sich, als ob man in Neuseeland die Burg „Rohan“ anschaut, wo „Herr der Ringe“ gedreht wurde.
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Danach ging es weiter zu unserem eigentlich Ziel, dem aufregenden Mountainbikepark. Wir waren alle ausgerüstet, das Wetter war perfekt und da ging es auch schon los. Die Strecke für Anfänger brachten wir mit viel Spaß und Geschwindigkeit hinter uns, obwohl wir schon ganz schön gekeucht haben und puderrote Gesichter zum Besten gaben. Da wir viel schneller waren, als die Gruppen mit denen unser Tourguide sonst diese Strecke fuhr, probierte er mit uns eine andere etwas kniffligere Strecke aus. Mit vollem Elan stimmten wir zu und weiter ging es. Das Wichtigste beim Mountainbike fahren ist das Vermeiden vom Langsamer werden, wenn du auf einer unebenen steinigen Ebene bzw. auf einem kleinen Abhang oder einer Steigung bist. Sonst kommst du leicht ins Straucheln bzw. den Berg nach dem Abhang nicht mehr hoch. Des Weiteren musst du immer dahinschauen, wo du hinfahren möchtest. Kevin hat das Ganze super gemeistert, obwohl ich mich immer wieder wundere wie, denn er ist normalerweise der Sicherheitsbedürftige. Jedenfalls strauchelte ich in der Mitte des schwierigeren Abschnitts etwas an einer für mich zu steilen, wackeligen Stelle. Mein Adrenalin schien bis ins Unermessliche zu steigen und meine Angst überwog, sodass ich erstmal stehen bleiben musste und mit dem Fahrrad ein Stück gelaufen bin. Trotzdem war das eine Erfahrung, die ich mit etwas mehr Sicherheit und mehr Übung wiederholen würde. XD
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Nach der Tour ging es zu einem Burgerladen im Dorf, der vorzügliche Burger (und einen fantastischen Veggieburger) zubereitete. Wir mampften genüsslich und schauten unserem Kelpiehund bei seinen Machenschaften zu.
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Am Nachmittag ging es dann auf die vorhergesehene Kanutour. Dies war nun das komplette Gegenteil der Mountainbiketour. Es war entspannt, nicht anstrengend und auf keinen Fall adrenalinsteigernd. Wir fuhren einen großen See entlang und folgten einem kleinen Flusslauf. Es war still, idyllisch und voller kleiner Entdeckungen. Bitte beachtet lieber Kevin und die Tierchen, irgendwie schmolle ich nur. XD
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Irgendwann ging es mit unseren Booten wegen Gesteinen im Wasser nicht mehr weiter. Wir stiegen aus und gaben unserem kleinen Entertainer einen viel zu großen Stock zum Spielen. Es war herrlich mit anzusehen. Ein paar Minuten später malten wir uns mit Naturfarbe gegenseitig an und steckten unsere Köpfe in einen Baum.
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Danach fuhren wir entspannt mit unseren Kanus zurück zum liebenswerten kleinen Hostel, wo wir von einem Tourbus wieder mit nach Cairns mitgenommen wurden.
Wir schliefen eine weitere Nacht im Hostel. Am nächsten Morgen ging es zum Scuba-Diven, zum langersehnten Tauchen in dem großen Great Barrier Reef, welches sich von Cairns bis zum unteren Ende von Queensland, also etwa die Hälfte der ganzen Ostküste lang (2300 km) erstreckt. Dort kann man unter Wasser bunte Korallen, Fische und andere interessante Wassertiere beobachten. Wir fuhren mit unserem Boot aufs Meer hinaus, welches diesmal nicht angenehm schaukelte, sondern mit Vollspeed übers Meer dahinflog. Mein Magen rebellierte trotz Seekrankheitstablette, aber ich kam mit nicht entleerten Magen am Ort des ersten Schnorchelganges an. Hier waren viel größere Fische zu entdecken, als in den Whitsunday Islands. Zusätzlich war das Wasser ca. 10 Meter tief und dadurch waren die Korallen entsprechend größer. Wir machten Fotos, schnorchelten durch die Gegend und versuchten durch den verstärkten Wind das Wasser nicht unbedingt in unsere Schnorchel zu bekommen. (Bilder werden nachgereicht, da sie aus den Filmchen der GoPro geschnitten werden müssen)
Danach ging es weiter zu einem anderen Ort, wo wir nach dem Mittagessen tauchen durften. Dies war akribisch durchorgansiert mit Wissen der Zeichensprache, der richtigen Atmung und der zeitichen Strukturierung der tauchenden Menschen. Nachdem wir die komplette Tauchausrüstung an unsere Körper gequält hatten, ging es zu sechst ins Wasser (4 Taucher, 2 Lehrer). Wir hatten einen Tauchlehrer, den wir an den Händen halten mussten. Doch bevor es in die Tiefe ging, musste ich erstmal mit der viel tieferen Atmung durch die Sauerstoffflasche klarkommen. Es dauerte ungefähr 10 Minuten bis meine Panik des nicht richtig Atmen Könnens besiegt wurde. Danach wurden wir in die Tiefen des Riffes geführt. Diesmal konnten wir die bunte Unterwasserwelt von der Seite und Nahem betrachten. Je tiefer es wurde, desto kälter wurde es, aber die klare Sicht blieb durch das saubere Wasser immer gleich. Ich muss zugeben, dass ich ziemlich erleichtert war, später wieder an der Oberfläche zu sein. Kevin hat es dagegen sehr genossen.
Als letzte Tagesaktion gab es ein weiteres Schnorcheln. Bei diesem sahen wir diesmal eine Unterwasserschildkröte!! Wir versuchten zu ihr nach unten zu tauchen, aber entweder besitzen wir nicht die richtigen Fähigkeiten dazu oder wir sind zu leicht für die Taucheranzüge gewesen. Wir paddelten uns die Arme schwach, aber wir kamen nur 1-2 Meter tief. Einer schaffte es mit seiner GoPro nach unten zu tauchen und ein Selfie mit der Schildkröte zu machen!!!
Bei weiterem Schnorcheln fanden wir sogar einen kleinen Hai, der sich zum Schlafen zwischen 2 nahe nebeneinanderliegen Riffs versteckt hatte. Nachdem alle ihren Entdeckerdurst gelöscht hatten, ging es zurück aufs Schiff und nach Hause. Ich schlief erstmal die Hälfte der Fahrt meine Erschöpfung aus. Danach beschäftigte ich mich selber mit der Beobachtung eines Jungen, der im Sitzen eingeschlafen war und durch die fluchtartige Geschwindigkeit des Bootes hin und her gerüttelt wurde. Zurück im Hostel fielen wir nur noch ins Bett.
Nachdem wir uns noch einen weiteren Tag im Hostel ausgeruht hatten, ging unsere Reise mit dem Flugzeug zu unserem ersten richtigen Arbeitsplatz nach Perth ans andere Ende von Australien. Der Urlaub war erstmal vorbei. XD
Wunderbare Fotos und schön, wieder von euch zu lesen 😉 Ich hab fast die Befürchtung, dass ihr, wenn ihr wieder in Berlin seid, erst einmal nicht klar kommen werdet bei so viel aufregender Natur und den vielen Eindrücken Das unschöne dabei ist nur, dass ihr die Abschiedsparty vom K17 nicht mit erleben werdet 🙁 ..Viel Spaß euch weiterhin und passt gut auf euch auf 😉
LG Jacqueen